Die Erzquellroute Bielstein

Die Erzquellroute Bielstein

Rundweg ab Bielstein (11 km, 3 Stunden)
Geflüchtet vom Karneval im Rheinland, erhole ich mich an diesem Wochenende im Bergischen Land nicht weit entfernt von Köln. Auch wenn hier der ein oder andere Jeck durch die Straßen läuft und die Schaufenster bunt geschmückt sind, so ist es doch wesentlich ruhiger als in der Stadt. Pünktlich zum Wochenende lässt auch die Sonne sich zeigen, an einem Stück fast ohne Wolken. Diesen Umstand nutze ich direkt mal aus und starte schon früh an diesem Morgen Richtung Bielstein. Von Nümbrecht kommend biege ich im Ortzentrum von Bielstein kurz vor dem Gleisübergang rechts Richtung Sportzentrum ab. Vor der großen Sporthalle, zwischen Tennisplatz und Freibad, parke ich mein Auto. Heute geht das noch problemlos. Morgen kütt auch hier der Zoch. Parkverbotschilder deuten das morgige jecke Treiben an.

Links an der Halle vorbei führt ein Weg auf die Wiehl und eine darüber führende Brücke. So nah war ich glaub ich noch nie an der Wiehl dran. Fröhlich plätschert sie so vor sich hin im Sonnenschein. Im Sommer kann man sich bestimmt wunderbar abkühlen und im Schatten der Bäume bei einem Buch vor sich hin dösen. Hätte ich nur ein Buch dabei… Doch weiter geht es rechts entlang. An der nächsten Gabelung wende ich mich scharf links, immer der halbkreisförmigen Markierung an den Bäumen für „Straße der Arbeit“ folgend. Der Blick auf die Wiehl ist sehr schön. Der Blick auf den Campingplatz nicht so. Schnell liegt er auch schon hinter mir und ich tauche ab, dem Zeichen folgend, auf einen Waldweg Richtung Neuklef. Kurz vor dem Ort wandere ich auf einem freien Weg mittendurch das Naturschutzgebiet Friesenauel. Ein Hinweisschild neben einer Bank erklärt den Aufbau der ursprünglichen Auenvegetation.

In Neuklef selber verpasse ich erst den Einstieg Richtung Hengstenberg. Statt direkt am Ortseingang nach der Pferdeweide scharf rechts, zwischen den ersten beiden Häusern abzubiegen, laufe ich einmal durch den Ort.

Zwar raubt das Zeit, dafür entdecke ich auf einem der Felder einen Gleitschirmflieger, der seine ersten Starts übt. Den Ort zurück, den Einstieg gefunden setze ich meinem Weg über die Asphaltstraße fort bis nach Hengstenberg. Diesmal geht es komplett durch den Ort bis zur Pferdeweide am Ortsausgang. An dieser biege ich scharf rechts ab und steige einige Meter hoch an den Gärten der scheinbar prächtigen Häuser von Hengstenberg entlang. Der Weg ist traumhaft ruhig. Er schlängelt sich direkt am Waldrand vorbei, so dass mir hier die Sonne ohne Schatten ins Gesicht scheinen kann. Erst bei einer Pause auf einer der Bänke merke ich wie still es hier ist. Höchstens ein Vogelgezwitscher, sonst nichts.

Ein kurzer Blick auf den kleinen See vor dem Steinbruch aus alten Zeiten, weiter. Erhöht auf dem Hügel laufe parallel an Faulmert vorbei. Als ich am unteren Ende wieder auf Asphaltstrasse stoße, muss ich erst kurz überlegen was „an Faulmert vorbei laufen“ in meinem Wanderheftchen bedeutet. Ah, der Markierung mit dem Kreis einfach weiter folgen. Das heißt nun rechts durch den Ort immer weiter geradeaus. Die Markierung führt mich durch einen dichten Wald bis runter zur Hauptstrasse und den nächsten Ort Niederbellinghausen.

Im Wald, sprich im Schatten, ist es doch ganz schön kalt zu der Jahreszeit. Um so fröhlicher stimmt mich die Aussicht darauf, dass ich kurz danach wieder auf freier Strecke laufen werde. Rechts abgebogen auf der Asphaltstrasse immer noch dem Kreis folgend, laufe ich geradewegs auf den nächsten Ort Hau und dann Gassenhagen zu. Wie in einer vergangenen Zeit liegen sie da, die zauberhaften Häuser Baujahr 1912. Lediglich die Schüssel auf dem Dach und das glänzende Auto vor der Tür verrät das 21. Jahrhundert. Am Ortsausgang wechsele ich von der Kreis zur X22 Markierung, dem Kurkölner Weg. Tatsächlich könnte ich von hier bis nach Köln in 153 Kilometern laufen. Kurz überlegen… bei meinem derzeitigen Tempo bräuchte ich dafür ganze 5 Tage ohne Aussetzen. Lass mal lieber. Statt dessen geht es von hier aus tief in den Wald. Einige Mountainbiker kommen mir entgegen. Keine Frage: ein Eldorado für Biker. Der Blick gleitet immer wieder nach rechts, zum gegenüberliegenden Hügel, von dem ich vorhin gekommen bin. Erstaunlich wie schnell man solch eine Distanz hinter sich bringen kann.

Nach einem Auf und Ab im Wald, erreiche ich endlich wieder freie, sonnige Strecke auf einer Anhöhe. Vor mir liegt eine bezaubernde Eichenallee, die schnurstracks geradeaus über die Täler führt. Rechts und links daneben kann der Blick in die Ferne schweifen. Bis hin ins Siebengebirge! Oder auch einfach nur bis zur Hauptstrasse, über die ich sonst immer Richtung Nümbrecht fahre. Wie oft habe ich schon von dort nach oben geblickt zu eben diesen Eichen und mir gedacht: „Wie gerne würde ich dort mal lang laufen!“

Auch der letzte Abschnitt zurück Richtung Bielstein läuft sich recht einfach. Man muss nur der Markierung mit dem Quadrat folgen und schon erreicht man durch die Wälder den kleinen Ort Damte auf einer Anhöhe. Steil geht der Abstieg hinunter zur Haupstrasse, vorbei am Kuhstall-Museum, das leider heute geschlossen hat. Interessiert hätte es mich schon. Aber jetzt weiß ich ja wo es liegt. Als ich mich so durch die Gassen schlängele, überholt mich ein flitziges Auto mit lauter Karnevalsmusik. Mein Schritt wird augenblicklich etwas zügiger. Schnell weg bevor die Jecken kommen!

Auch diesen Weg habe ich in der Broschüre berg.wege von der Naturarena Bergisches Land entdeckt. Dort sind insgesamt 21 interessante und ganz unterschiedliche Wandertouren für das Bergische Land beschrieben. Wie zum Beispiel der „Hexenweiherweg“. Empfehlenswert ist neben der Broschüre aber auch eine Wanderkarte von der Region oder zumindest ein GPSfähiges Gerät zur Orientierung.

Kuhstall-Museum
Damtestraße 60
51674 Wiehl-Damte
Tel: 02262 99195

Erzquell Brauerei
Bielsteiner Straße 108
51674 Wiehl-Bielstein
Tel: 02262 463377
info@erzquell.de
www.erzquell.de

Daniela Klütsch

Hinter Landlinien steckt vor allem das Gesicht von mir, Daniela Klütsch. In meinem Blog Landlinien möchte ich über jene Routen berichten, die ich selber bereist habe. Den Anstoß zu diesem Blog gab mir das Buch „100 legendäre Reiserouten“ und meine Tour auf dem Jakobsweg Anfang 2009. Seitdem schreibe ich hier über das Reisen und Wandern in der Natur. Was mich neben Landlinien sonst beschäftigt, hier mehr über mich.

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