5 Tage wandern durch der Vulkaneifel

Vulkaneifel querwaldein

Auch ein Querwaldeinler hat mal Urlaub und somit galt es noch kurzfristig Anfang August einen fünftägigen Trip irgendwohin zu planen und zu buchen. Da es mich selten in die große Ferne treibt und ich mich aus nicht mehr nachvollziehbaren Gründen an diverse Eifelexkursionen meines nunmehr 10 Jahre hinter mir liegenden Geographiestudiums erinnerte, musste ich lediglich nur noch meine Freundin von den positiven Möglichkeiten dieser Urlaubsidee überzeugen. Nachdem dies – ansatzweise – gelungen war, fand ich über die Zimmervermittlung von www.eifel.info relativ schnell eine kleine Pension, die uns als Ausgangsbasis für unsere Tagesprogramme diente.

Vulkaneifel querwaldeinTag 01: Wege des Wasser in Gemünden

Am Morgen des Starttags, noch leicht von den vorabendlichen Rollenspielaktivitäten „gehandicapt“, sagte uns das Navi 120 km und ca. 1,5 Stunden Fahrzeit voraus. Die Anreise zu unserem Zielort Gemünden (0,5 km südlich der Kreisstadt Daun liegend) klappte reibungslos. Nicht aber ohne einen ersten ungeplanten Abstecher, da ein Schild mit der Aufschrift „Wasserfall“ ca. 30 km vor unserem Ziel meine Aufmerksamkeit auf sich zog. Nach einer ersten kleinen Wanderung vom Parkplatz kamen wir zum „Naturdenkmal Wasserfall von Dreimühlen“. Ein Abstecher, der sich durchaus gelohnt hatte. Im Nachgang begegneten uns schon hier „3 Phänomene“, die wir im gesamten Urlaub – teils zu unserer Überraschung – durchgängig feststellten.

Dies waren einerseits sehr viele nette niederländische Touristen, die es auch in die Eifel treibt und – zu unserer noch größeren Überraschung – vor allem sehr viele junge Familien als auch „spätjugendliche“ Wanderwillige.

Vulkaneifel querwaldeinNachmittäglich eingecheckt in Gemünden, galt es heute am ersten Tag die nähere Umgebung zu erkunden und die Beine an die kommenden km der nächsten Tage zu gewöhnen. Durch den – auch in den folgenden Tagen täglich von uns genutzten – Kurpark ging es in die Kreisstadt Daun. Nach diversen ZickZack-Wegen landeten wir im Innenstadtbereich und erklommen mit frisch eingekaufter Bäckereiverstärkung die Burg Daun. Der Ausblick von hier oben zeigte uns einen Großteil des Gebietes, welches in den folgenden Tagen von uns erwandert werden wollte. Auch auf dem abendlichen Rückweg Richtung Unterkunft kreuzten wir neuerlich den Kurpark, wo wir unser – ab dann – abendliches Ritual des kneippschen Armbade- und Wassertretens erstmalig praktizierten.

Vulkaneifel querwaldeinTag 02: Wanderung um die Maare

Gestärkt durch eine vielfältige Frühstückauswahl ging es in Tag 2 der Vulkaneifeltour. Heute wollten wir ein weiteres mal unsere Kondition einordnen, bevor in der zweiten Urlaubshälfte die Eifelsteigetappen Gerolstein – Daun und Daun – Manderscheid angegangen werden sollten. Als „Teststrecke“ dienten uns 50% des 7-Maare-Wegs. Von Gemünden erklommen wir den 571 m hohen Mäuseberg zum Dronketurm, wo man eine großartige Rundsicht über die Vulkaneifel besitzt. Eine weitere Belohnung für diesen Aufstieg beinhaltet die dortige Holzschaukel, mit der man einen wunderbaren Blick auf das Gemündener Maar hat. Im weiteren Verlauf der Tagesroute umrundeten wir noch das Weinfelder Maar (Totenmaar) sowie das Schalkenmehrer Maar.

Vulkaneifel querwaldeinViele kleine Plätze luden uns dabei zu kurzen Zwischenstopps ein, umfangreichere Beschilderungen an jedem fünften Baum ließen uns auch einmal gerne von der üblichen Route etwas abweichen. Ein Verlaufen erschien – zumindest für uns – dadurch unmöglich. Nach ca. 16 – 18 km und vielen Auf und Ab´s war die abendliche Kneippabkühlung an diesem Tag von besonderer Wichtigkeit, vor allem auch deswegen, weil wir das Optimum bei heiß-schwülen Tagestemperaturen aus unseren Beinen geholt hatten. Den anvisierten Eifelsteigetappen sagten wir daher ade, aber wie sich noch herausstellen sollte, war dies kein wirklicher Rückschlag.

Vulkaneifel querwaldeinTag 03: Mit der Bahn nach Gerolstein

So ging es am dritten Tag erst einmal mit der ruckeligen Eifelquerbahn nach Gerolstein. Nachdem uns der erste Eindruck von Gerolstein nach dem Verlassen des Bahnhofgeländes nicht sonderlich beeindruckte, ging es hoch zur Löwenburg, wo wir einen Ausblick über Gerolstein und unsere weiteren heutigen Wanderziele erhielten. Über das legendenumworbene Wallfahrtskirchlein Büschkapelle (ging es über die 618 m hohe Dietzenley und Teilstücke des Eifelsteig wieder zurück nach Gerolstein. Da uns die Gerolsteiner Innenstadt noch immer nicht zu einem längeren Aufenthalt animierte, ging es nach diesem ca. 10 – 12 km langen Rundweg – ebenso wie bei der Hinfahrt – mit der Eifelquerbahn wieder Richtung Daun. Die letzten beiden sonnigen Tagesstunden verbrachten wir neuerlich – gestärkt durch die leckeren Knäckebrot- und Müslischnitten der örtlichen Dauner Bäckerei Thul – mit „unserem“ Kneippprogramm, körperlichem aufsaugen der letzten Sonnenstrahlen auf den Kurparkliegen sowie dem gemütlichen ausschwingen im Schaukelkorb des Spielplatzes.

Tag 04: „Highlight-Hopping“ auf dem Eifelsteig

Vulkaneifel querwaldeinNachdem uns bisher heiß-schwüles Wetter begleitet hatte, sollte an Tag vier auch in der Vulkaneifel die Gewitterfront ankommen, die uns in den Vortagen – im Gegensatz zu unserer Kölner Heimat – verschont hatte. Daher erwies es sich für diesen Tag ausnahmsweise als positiv, dass wir das Auto anstelle der sonst meist genutzten Bahn als Verkehrsmittel gewählt hatten. Zugleich holte uns damit aber auch ein wenig unser „Echauffieren“ der letzten Tage ein, da wir heute das gleiche „Highlight-Hopping“absolvieren würden, was wir zuvor als „kaum nachvollziehbar“ gebrandmarkt hatten. Tagesziel Nummer eins für heute war mein persönlichster Wunsch, was aber vor allem am schönen Namen „Brubbel“ lag. Der Wallende Born ist ein Kaltwassergeysir, welcher sich durch eine ca. alle 35 Minuten stattfindende „brubbelnde“ Eruption kennzeichnet. Wunderbar ergänzt wurde dieses Naturschauspiel durch eine kleine Anekdote der Infobuden-Dame, die jedem interessierten Brubbelbesucher die Geschichte der gestrigen japanischen Reisegruppe erzählte. Diese beinhaltete, dass die Reisegruppe stets so ungeduldig umherlief und jeden Grashalm knipste, so dass alle japanischen Teilnehmer die drei Eruptionen während Ihrer Anwesenheit vor Ort verpassten. Dies animierte sie dann wohl an unserem Besuchstag noch einmal besonders fast eine Art „Countdown“ zu initiieren.

Vulkaneifel querwaldeinVon Wallenborn ging es weiter nach Manderscheid, einem unserer eigentlich anvisierten Eifelsteigziele. Per Pedes wurden die dortigen Ober- und Niederburg erklommen, wobei sich vor allem der Abstieg von der Ober- zur Niederburg als eines unserer Wanderhighlights herauskristallisierte. Nicht nur deswegen bleibt Manderscheid in Erinnerung. Mit der Weinstube „De Port“ war dort auch unsere beste kulinarische Pausenstation verortet.
Von Manderscheid ging es mit der nächsten Autoetappe zum westlich gelegenen Meerfelder Maar. Aufgrund der Weitläufigkeit des Kraterrands erinnert es ein wenig an das Schalkenmehrer Maar vom zweiten Tag.

Viele kleine Holzstege ermöglichen das direkte Sitzen am Maar, welches wir – trotz anderer Wetterprognose – bei wieder fast hellblauem Himmel taten.

Unter anderem die großen Seerosenfelder – leider Zeichen der voranschreitenden Verlandung des Maares – sind beeindruckend und in etwa einer Stunde kann man das Maar gemütlich umwandern. Das Meerfelder Maar stellt auch den Abschluss des Kosmosradwegs dar, der von Daun beginnend hier endet. Sicherlich eine Herausforderung, wenn wir beim nächsten Mal in der Vulkaneifel sind. Da der Tag erst langsam den Abend einläutete, gab es noch zwei weitere Autoetappen. In Strohn gilt es neben einer „falschen Lavabombe“ zu posieren und eine abschließende ca. einstündige Wanderung rund um das Pulvermaar ließen den heutigen Tag ausklingen.

Vulkaneifel querwaldeinTag 05: Auf dem Lieserpfad unterwegs

Mit Tag 5 brach der letzte Urlaubstag an und dieser sollte nochmals im Zeichen des Wanderns stehen. Beginnend von unserer Unterkunft ging es den Lieserpfad südlich Richtung Manderscheid. Entgegen der jungen Damengruppe, die uns zumeist mit 100 Metern Abstand folgte, verließen wir an der Üdersdorfer Mühle den Lieserpfad und folgten der Beschilderung nach Schalkenmehren. Von dort ging es dann den bereits bekannten Teil des 7-Maare-Weg zurück nach Gemünden, wo wir nach heute ca. 15 km Wanderung ankamen.

Mein Fazit:

Schon während der am darauf folgenden Morgen stattfindenden Rückfahrt gab es ein einvernehmliches Fazit über den Trip in die Vulkaneifel. Fast alle Tagesetappen können wanderwilligen und naturinteressierten Menschen jeden Alters empfohlen werden. Aber dabei ist – zumindest für normal konditionierte Menschen – auch nicht zu vergessen, was eine Mutter Ihrem Sohn als Tipp am Kraterrand des Schalkenmehrer Maares mit auf den Weg gab: „Denk bitte daran, was Du runter gehst, musst du auch wieder rauf!“

 

© Text und Foto von Marcel Hövelmann (ehemals) von Querwaldein e.V.

Marcel Hövelmann

Marcel Hövelmann ist gebürtiger “Wöschelter Jong” und lebt und erwandert seit mehr als 20 Jahren seine Wahlheimat Köln. Sein Herzblut hängt schon immer an den Themen Umweltbildung und Wandern. Darüber hinaus ist er auf breiter inhaltlicher Front in und um Köln im Rahmen der Themenfelder Nachhaltigkeit, kommunale Politik und Mobilität unterwegs. Eine Auswahl seiner aktuellen Projekte kann man unter www.urbangruen.de finden.

Kommentare (4) Schreibe einen Kommentar

  1. Sehr schön beschriebene Wanderung(en). Gefällt mir sehr gut. Dafür gibt’s auch ein „teilen auf Facebook“ von mir. Gruß aus Köln, Thomas

  2. Vielen Dank für den interessanten Reisebericht und die wirklich sehenswerten Fotos. Schön, dass es Ihnen bei uns in der Vulkaneifel gefallen hat. Herzliche Grüße, D. Junk.

  3. Vielen lieben Dank für das Feedback! Tatsächlich planen wir mit ein paar Freunden dieses Jahr wieder eine Wanderung in der Eifel. Ein Wochenende kann da schon mal wie eine ganze Woche Urlaub wirken 🙂

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