Burren Way 01: Ballyvaughan bis Fanore

Mitten in den Burren, von Ballyvaughan bis Fanore

Als besonders guter Ausgangspunkt für die Erkundung der Burren und Startort des Burren Way erweist sich der Ort Ballyvaughan. In nur circa 1 Stunde erreicht man das an der Küste gelegene Örtchen mit dem Bus 350 von Galway aus. Bereits die Anreise ist ein Kontrast zum bunten Stadtleben in Galway: am Ufer der Galway Bay entlang fahren wir ein Teilstück mitten durch die Burren… was für eine beeindruckend karge Landschaft! In Ballyvaughan angekommen, gibt es ausreichend Möglichkeit, sich mit Essen und Trinken einzudecken, ob im Supermarkt direkt gegenüber der Bushaltestelle, dem kleinen Café oder dem Shop in der Tankstelle. Außerdem bekommt hier als auch im lokalen Tourist Office das passende Kartenmaterial zu den Burren (z.B. Ordnance Survey 51 & 57), wonach ich in Galway vergeblich gesucht hab.

Beschreibung

Kurz hinter Ballyvaughan Da ich ich in der Nebensaison unterwegs bin (diese beginnt im September), fährt der früheste Bus leider erst um 10 Uhr von Galway aus. Daher verkürze ich meine Strecke bis zum B&B in Fanore (Dereen) etwas und entscheide mich dafür, von Ballyvaughan zunächst ein Stück der R477 entlang zu laufen, bis ich den Einstieg zum Black Head Loop finde. Die Aussicht auf die Berge der Burren links und die Küste rechts vor mir ist jetzt schon beeindruckend, nur die mir entgegenkommenden Autos nerven. Den ersten Einstieg auf Höhe des Castles in Cregg hoch zum auf der Karte eingezeichneten Wanderweg verpasse ich leider… kein Hinweisschild, keine Markierung, nichts. Um den Fehler nicht zu wiederholen, spreche ich bei der zweiten sich mir bietenden Möglichkeit einen Iren an, der gerade in seinem Garten arbeitet. Ich zeige ihm die Karte und äußere meine Vermutung, dass der Einstieg hier ganz in der Nähe sein müsste. Er stimmt mir zu und gibt mir den Tipp, vor dem letzten Haus auf der Seite über die Steinmauer zu klettern und dieser dann lange zu folgen, bis ich auf die Green Road und damit auch den „Black Head Loop“ stoße. Diesem Rat folge ich und dokumentiere natürlich alles schön per Foto und GPS-Track.

Pause mitten in den BurrenEinmal auf dem „Black Head Loop“ angekommen ist alles ganz einfach: die Markierung und der Trampelpfad führen mich von hier aus bequem auf der Anhöhe die Küste entlang, mitten durch die Burren bis zu meinem (Zwischen)ziel, dem Strand von Fanore. Der Ausblick von hier oben ist wörtlich atemberaubend! Bereits auf dem Wicklow Way ging es mir so, als ich nach dem Aufstieg zum Djouce Mountain (733) weiter über das Land blickte und bei dem aufsteigenden Gefühl von Freiheit gar anfangen musste zu weinen. Ähnlich geht es mir hier oben in den Burren. Diese pure, einfache Natur führt mich unmittelbar zu mir selbst und einigen verstecken Gedanken, die hier von nichts abgelenkt werden können. Die eigentliche Reise beginnt hier… meine Beine tragen mich weiter, mein Kopf wird leer.

Fanore BeachImmer wieder halte ich an, mache Fotos, höre die Stille und gönne mir eine Mittagspause mitten im Gras mit Blick auf die Aran Islands. Auf meinem weiteren Weg begegne ich hier oben nur 6 weiteren Wanderern, sonst ist es einsam. Ein Pärchen aus den USA erkennt mich wieder von der Busfahrt und erzählt, dass sie die Strecke von Fanore aus in die entgegengesetzte Richtung laufen. Scheinbar ist die Strecke so rum wesentlich besser ausgeschildert und auch der Einstieg von Fanore Strand aus einfacher. Gut zu wissen! Den Weg bis zum Strand finde ich aber auch gut und lege dort eine weitere kleine Pause ein, bevor ich zur finalen Etappe Richtung Orchid House, meiner Unterkunft in Dereen, aufbreche. Auch wenn es anfängt zu dämmern und ich noch 8 km vor mir hab, muss ich hier anhalten und das Meer einatmen.

Tipps

Mit etwas mehr Zeit im Gepäck würde ich beim nächsten Mal den Einstieg zu der Strecke über den Burren Way und nicht über die R477 wählen, also erstmal ein Stück ins Landesinnere laufen, um dann später auf den „Black Head Loop“ zu stoßen. Die Landschaft hier ist eben einzigartig und wiederholt sich in der Form nicht im weiteren Verlauf der Tour.

Rund um Fanore gibt es nur wenige Übernachtungsmöglichkeiten und wenn dann nur B&B. Es empfiehlt sich also, früh zu reservieren und Wegstrecke dorthin mit einzuplanen. Bis zu meinem B&B in Dereen sind es ab Fanore Beach immerhin noch 8 km nur die Strasse entlang. Das zieht sich ganz schön.

Highlights

  1. Der Weg mitten durch die Burren
  2. Ausblick auf die Aran Islands
  3. Pause am Fanore Beach
  4. Entspannung im Orchid House B&B

Fakten

Länge: 20 km
Höhenmeter: 180 m hoch, 160 runter
Dauer: 5 Stunden (reine Gehzeit)
Verlauf: Ballyvaughan – Fanore (Dereen)
Anreise: Bus 350 (direkt ab Galway, 1 Stunde Fahrt)
Markierung: Einstieg schwierig (sonst Burren Way), weiter Black Head Loop
Karten: Ordnance Survey 51
Beschaffenheit: 1/2 Green Road/ Feldweg, 1/2 Asphalt
Unterkunft: Orchid HouseRocky View Farmhouse, SeaCoast Lodge
Essen & Trinken: in Ballyvaughan, dann erst wieder in Fanore (Vasco DeliO`Donoghues Pub, Supermarkt)

Meine Unterkunft

Orchid House
Pat and Gill MacNamara
Fanore (Derreen, Craggagh)

Tel: 00353 (0) 65 7076975
Mobile: 00353 (0)860580474
www.orchidhouse.net
orchidhouse275@gmail.com

65 – 70 € Zimmer pro Nacht (2 Personen)
40 – 45 € Zimmer pro Nacht (1 Person)

inkl. Frühstück, Föhn, TV & DVD, W-Lan

Daniela Klütsch

Hinter Landlinien steckt vor allem das Gesicht von mir, Daniela Klütsch. In meinem Blog Landlinien möchte ich über jene Routen berichten, die ich selber bereist habe. Den Anstoß zu diesem Blog gab mir das Buch „100 legendäre Reiserouten“ und meine Tour auf dem Jakobsweg Anfang 2009. Seitdem schreibe ich hier über das Reisen und Wandern in der Natur. Was mich neben Landlinien sonst beschäftigt, hier mehr über mich.

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