Auf den Wellen von Dunfanaghy

Narosa – School of Surf

Im Zuge meiner Vorbereitungen auf den Wanderurlaub in Donegal, entdeckte ich bei National Geographic zufällig, dass Bundoran (im Süden der Grafschaft) bekannt ist als einer der 20 besten Surfstädte weltweit. Wer hätte das gedacht, wenn man bekannte Surfmetropolen in Australien und Hawaii dem gegenüberstellt. Weitere Recherchen im Lonely Planet bestätigten diese Info: „…wenn alle Bedingungen stimmen, ist es hier (in Irland) besser als irgendwo sonst.“, so der irische Surfchampion Fergal Smith. Auch Dunfanaghy wurde genannt, als ein Surfort mit „…Wellen, die einfach Spaß machen.“ Kein Wunder, dass ich da während unseres Aufenthaltes in dem zauberhaften Ort an der Nordküste Donegals Halt an der Surfschule Narosa machen musste. Dass ich nur zwei Tage später meine Urlaubspläne ändern und auf dem Brett stehen würde, wusste ich zu dem Zeitpunkt allerdings noch nicht.

Zum ersten Mal auf dem Surfbrett. Ein Erfahrungsbericht.

Das Schwerste am Surfen: Board vom Bus bis zum Strand tragen. Damit fing es zumindest an. Ich wusste ja nicht was noch auf mich zukommen würde. Anders als beim Windsurfen beobachten wir, bevor es losgeht, nicht den Wind sondern die Wellen. Set, Reef, Break. Keine Ahnung worum es geht. Ich bin vielmehr damit beschäftigt wie ich, ohne mich abzustützen, vom Liegen direkt in den Stand, auf beide Füße, auf das Brett springen soll. Und das auch noch auf einer Welle im Wasser! Als unmöglich angenommen, 4 Tage hintereinander geübt, mit Anschub von Surflehrer Lee dann tatsächlich geschafft, und am letzten Tag dann von alleine mit ausgleiten bis zum Ufer. Yeah! Die 4. Stunde ist wie Einzel-Coaching. Lee beobachtet uns vom Strand aus, lotst uns einzeln raus, gibt kurz  gezielte Tipps. Danach läuft es gleich besser. Besonders heftig war der Muskelkater am Tag nach der ersten Surfsession. Und Surfen bei Regen, Wind und Dauerwellen. Eine nach der anderen, keine Pause sich eine auszusuchen, so hoch, dass ich beim rauspaddeln mehr als oft vom Brett und durch die Welle zurück geschleudert werde. Angst. Doch Lee packt die Vorderseite meines Boards, auf dem ich liege, drückt mich rückwärts durch die hohen Wellen, und passt die richtige für mich ab. „Ready? And paddle… One, two, three…Go!“ Ich stehe. Glücksgefühl verdrängt Angst. Und Wasser ist auch nur Wasser. Ich lerne unter Wasser ruhig zu bleiben und meine Kräfte einzuteilen. Es hilft sehr einen Surflehrer direkt im Wasser dabei zu haben, der hilft aufs Board zu springen und direktes Feedback zur eigenen Technik gibt. Nicht üblich, lass ich mir sagen, bei Narosa allerdings schon. Gelangweilte Surflehrer in Shorts und mit Sonnenbrille am Strand gibt es hier nicht. Je nach Wetterlage stehen in Dunfanaghy gleich 3 unterschiedliche Strände zum unterrichten zur Verfügung. „Die Wellen hier am Strand sind besonders pur,“ leitet Lee vor jeder Stunde ein. „Sie kommen weit über den Atlantik, ungestört, direkt zu uns, hier nach Dunfanaghy.

Narosa | Surf School & Shop in Dunfanaghy (Donegal)Gegründet wurde Narosa – School of Surf bereits 2009 von den Surflehrern Lee Wood und Duncan Halliday, damals allerdings in einem kleineren Ladenlokal als jetzt. Nach sechs erfolgreichen Sommern in Dunfanaghy, zog das Team im März 2014 um in ein um einiges größeres Gebäude, die ehemalige Bank auf der Hauptstrasse. Innerhalb von nur zwei Wochen (!!) packten alle mit an und renovierten der vorderen Teil, der jetzt als Shop dient, nach eigenen Plänen. Neben dem Verleih von Boards und Neoprenanzügen, bietet Narosa hier zusätzlich eine feine Auswahl an Ausrüstung, Zubehör und Kleidung. Sehr schön: Shirts, Hoodies und Pants mit eigens designten Motiven.

Genauso besonders wie das Design von Narosa ist die Bedeutung dieses ursprünglich irischen Wortes: „Where the headland meets the sea“, so die Übersetzung. Die Gründer der Surfschule wollen die Besonderheit des Ortes Dunfanaghy samt seiner einzigartigen Strände bewahren. „Hier oben in Donegal gibt es keinen Surf-Tourismus, keine überlaufenen Strände, keinen Hype… das macht es sehr angenehm hier.“ erzählt Lee. Der Surfspot Dunfanaghy wird daher aus seinen Augen immer ein Ort für Individualisten bleiben. Mit Narosa möchte er und sein Team in Zukunft einen zentralen Ort für das Surfen und das Leben drum herum aufbauen.

Narosa | Surf School & Shop in Dunfanaghy (Donegal) | Hier am Tramore Beach

Nach Lee´s Motto „If you woke up one morning and knew, whatever you do, you couldn’t fail – what would you do?“  wird Narosa auch in Zukunft weiter geführt. Das Hauptgebäude der ehemaligen Bank soll bis spätestens zu Beginn der nächsten Saison 2015 zu einem Hostel ausgebaut werden. Gut so, denn die nächste Low-Budget-Unterkunft liegt etwa 4 km außerhalb des Ortes. Damit aber nicht genug: zusammen mit dem Hostel soll auch ein ausgeweitetes Angebot an Aktivitäten für die Besucher aufgestellt werden. In Planung sind weitere SUP-Kurse, Yoga, Wandertouren und slaklinen im angrenzenden Garten. Dieser nimmt jetzt schon Gestalt an. Aus einer ehemaligen Pferdekoppel ist eine Oase mit Obstbäumen, kleinem Gemüsegarten und Holzveranda für die sonnigen (Feier)abende entstanden. Ein Platz zum Grillen als auch eine Juice Bar stehen als nächstes an.

Das Angebot von Narosa im Überblick:

  • Surf-Lessons (Gruppen, Privatstunden, Kinder)
  • Kids Surf Camp im Sommer
  • individuelles Surf-Coaching
  • Verleih von Boards, Wetsuites & Mountainbikes
  • Wandertouren & Fitness-Trainung am Strand
  • Shop mit Kleidung, Büchern, Wetsuites, Surfbrettern, Zubehör

 

Narosa könnt ihr auch hier im Web, bei Facebook oder bei Instagram folgen.

Daniela Klütsch

Hinter Landlinien steckt vor allem das Gesicht von mir, Daniela Klütsch. In meinem Blog Landlinien möchte ich über jene Routen berichten, die ich selber bereist habe. Den Anstoß zu diesem Blog gab mir das Buch „100 legendäre Reiserouten“ und meine Tour auf dem Jakobsweg Anfang 2009. Seitdem schreibe ich hier über das Reisen und Wandern in der Natur. Was mich neben Landlinien sonst beschäftigt, hier mehr über mich.